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Salvador Dali ist tot, Emho Schröer lebt
- und zwar in Stuttgart. Dort entstehen auch seine Schreckensvisionen, seine
phantastischen Impressionen, seine dunklen Seelenbekenntnisse, seine skelettösen
Fratzen. Seine Arbeiten - Biider in Öl und Grafiken mit Buntstift oder
Kugelschreiber - sind im neuen Rathaus in Rommelshausen ausgestellt Zur
Vernissage hielt Ingeborg Wehmeyer, von Amts wegen Rektorin der
Rumold-Realschule, die Eröffnungsrede: eine Aufforderung an die rund 50 Gäste,
sich auf die „hässlichen Bilder" Schröers einzulassen, zu
versuchen, die „tiefenpsychologischen" Chiffren zu entschlüsseln.
Der 1924 in Ludwigshafen geborene Schröer
ist kein Künstler, der sein Fähnchen in den ständig wechselnden Wind des
Kunstmarktes hängt. Er behauptet sich weiterhin in der Tradition des
spanischen Surrealisten-Papstes Dali, obwohl diese Stilrichtung nicht mehr
à la mode ist. Auf theoretischer Ebene muss man ihn in der Gefolgschaft des
französischen Schriftstellers Andre Breton sehen. „Ich male nicht um
einem breiten Publikum zu gefallen, sondern so, wie die jeweils gegenwärtige
Situation dies von mir verlangt", lautet Schröers künstlerisches
Credo. "Gefallen" ist ein weiter und sehr subjektiver Begriff. Im Sinne
von Schönheit oder Harmonie können die Bilder im landläufigen Sinne nicht
gefallen. Im Grunde genommen sind Schröers Ölbilder bissige Politsatiren,
Zerrbilder der Wirklichkeit, Spiegelungen der Psyche, Höllenfahrten des
Seins, in denen sich immer wieder bekannte Elemente des Dali'schen Oevres
finden lassen. Das magische Auge beispielsweise in dem Bild 'kontakt', das
sinnigerweise auch noch am Eingang des Trauzimmers hängt.
(Fellbacher Zeitung)
Kritiker und Kunstkenner zählen ihn zu
jenem Kreis „Maler von Bedeutung, die das 20. Jahrhundert hervorgebracht
hat. Seine Arbeiten zeigen einen starken Einfluss von Salvadore Dali. Es
bedurfte längerer Zeit, sich diesem Einfluss zu entziehen. Um so
selbstbewusster reiht sich Schröer heute in die Tradition von Dali, Max
Ernst und Renk Margritte, - die jenseits aller problematischen Grenzen von
Theorie und Logik, die aus der psychoanalytischen Betätigung erwächst aus
dieser Lehre schöpferische Funken zu schlagen wussten.
(Pforzheimer Zeitung)
Der Surrealismus Schröers beschert dem
Betrachter alles andere als unproblematischen Kunstgenuss. Die Arbeiten
erschliessen sich nicht in blosser Aufnahme, sie fordern vielmehr zur
intensiven Auseinandersetzung heraus. Verlockend gemacht wird diese
Aufforderung nebenbei durch mehrere Aspekte. Zum einen liegt bei Schröer
eine aussergewöhnliche technische Fertigkeit vor, die Beherrschung des
Pinsels sticht ebenso hervor, wie die des Zeichenstifts. Zum anderen liegt
im Medium Surrealismus stets eine Faszination, die vom einzelnen zwar schwer
zu definieren ist, die den Betrachter zur Auseinandersetzung mit dem Bild
jedoch förmlich herausfordert
Einordnen lässt sich Ernho Schröer äusserst
schwer. Zwar befindet er sich durchaus in der Tradition der grossen
Surrealisten, wie Max Ernst oder René Margritte, Salvadore Dali findet sich
gar in manchem formellen Detail wieder, und doch muss der Arbeit Ernho Schröers
Eigenständigkeit bescheinigt werden. Griffen viele der grossen Surrealisten
die Elemente ihrer Bilder meist aus dem Gegenständlichen, so verarbeitet
Schröer Elemente des Phantastischen, des Unkonkreten in seinen Bildern. So
finden sich in den Arbeiten nicht Gebilde der Wirklichkeit wieder, sondern
Unterbewusstes. Ängste vor den Bedrohungen unserer Zeit erleben eine
atemberaubende Mutation in aktionsgeladene Bildgefüge, die sowohl in der
Vielfarbigkeit der Gemälde wirken, als auch in der farblichen
Eindimensionalität der Grafik. Nirgends scheint Definition für den
Betrachter schwerer, als beim Surrealismus. Durch das formal Deutliche, das
sich sonst in kaum einer Form der modernen Kunst wiederfindet, erliegt man
schnell dem Glauben, auf geradem Weg zu einem Ergebnis zu kommen. Doch je länger
man vor den Gebilden harrt, die zuletzt sogar zu tiefenpsychologischen
Deutungen zu provozieren scheinen, desto auswegloser scheint man sich zu
verirren. Formal so greifbar, bleibt der Inhalt doch in einem Bereich, der
nicht auf der Bildebene zu finden ist. Doch dies macht schliesslich wieder
die Faszination des Surrealismus aus, besonders in der farb-, reiz- und
phantasiearmen Umwelt von heute. Es ist Ernho Schröer als Verdienst
anzurechnen, dass er gegen diese Symptome Zeichen in seiner Arbeit setzt
(Nord Stuttgarter Rundschau)
Starker Tobak in Rommelshausen, aber
Surrealismus vom Feinsten. Provozieren, nicht dekorieren will der Maler
Ernho Schröer mit seiner Bildenden Kunst, soweit herrschte unter den
Besuchern seiner Vernissage zumindest Einigkeit. Die neunte Ausstellung
,Treffpunkt Rathaus" zeigt Ölbilder und Grafiken eines Stuttgarter Künstlers,
dessen Werke nach kritischer Auseinandersetzung förmlich schreien.
Ingeborg Wehmeyer, Rektorin der
Rumold-Realschule, fasste in ihrer Eröffnungsrede in Worte, was das
Publikum bewegte: Befremdung und Begeisterung, Ratlosigkeit und Ernüchterung,
sicher aber Nachdenklichkeit angesichts von Bildern und Themen, die so gar
nicht als repräsentativer Raumschmuck taugen. Faszinierend und mutig in
jedem Fall die Entschiedenheit Ernho Schröers, sich in seinen Arbeiten vom
lediglich Konstruierenden, streng Kompositorischen vieler zeitgenössischer
Maler abzuheben, deren Objekte ausser dem momentanen ästhetischen Eindruck
beim Betrachter nichts hinterlassen.
Im Surrealismus, wie ihn Schröer vorführt,
verdrängt das Element des Zufalls die technokratische Planung. Der Künstler
arbeitet nicht primär mit Lineal und Kopf, sondern arbeitet aus dem Bauch
heraus, mit Gefühl und Phantasie. Nur so ist die Entstehung von Bildern
erklärbar, die uns bis in die tiefsten Abgründe menschlicher Existenz
blicken lassen. Im Werk „small talk", das in seiner Metaphorik und in
der Dekadenz des Ausdrucks an Otto Dix erinnert, fasst Schröer das
Zwiegespräch mit dem Sensenmann in Öl, (Alp-)Träume, Visionen und Realität
vermischen sich. Ängste und Unbewusstes werden erschreckend konkret. Zu
erschreckend für manchen nKunstfreund", der in der Kunst nur das Schöne
sehen will und dem der männliche Phallus auf der Leinwand - sei er, wie im
Werk debil" noch so stilisiert Unbehagen bereitet.
Zu allem Überdruss sind Schröers Werke
auch nicht apolitisch - resignativ, sondern beziehen entschieden Stellung,
wollen bewusst aufrütteln. Der 1924 geborene Schröer transportiert in
seiner Malerei eine gehörige Portion Kritik an den herrschenden Zuständen
- der Stuttgarter Künstler malt nach eigenen Worten, wie es „die gegenwärtige
Situation verlangt". Erfrischend unverblümt und ohne das
Interpretationsvermögen des Betrachters überzustrapazieren kündet so ein
Grossteil der ausgestellten Werke von Schröers politischem Standort.
(Waiblinger Kreiszeitung)
...In Ergänzung und im Kontrast dazu sind
auch einige kleinere Werke des deutschen Altmeisters surrealistischer
Malerei, Ernho Schröer, zu sehen. Schröer wurde dem Publikum u. a. über
das Fernsehen bei der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Seine Ölbilder und
Grafiken waren auch in Köln in einer bekannten Galerie ausgestellt und
fanden starke Beachtung. Der Künstler plaudert in einer Veranstaltung heute
im Ausstellungsraum an der Naabbrücke über seine Kunstrichtung. Er wird über
das Wesen des Surrealismus aus seiner persönlichen Sicht sprechen. Sicher
ein interessanter Vortrag, den sich kein Kunstfreund entgehen lassen sollte.
(Mittelbayerische Zeitung)
ernho schröer ist für jeden
surrealistisch interessierten Menschen ein Begriff. „Der Altmeister des
Surrealismus" (FAZ) ist in einer Reihe mit Pablo Picasso und Salvador
Dali zu nennen. Seit 1972 arbeitet schröer surrealistisch. Der gelernte
Fotograf und Grafiker wurde von seiner Mutter, die selbst über beachtliche
künstlerische Fähigkeiten verfügte, sehr stark gefördert. Dieser
Einfluss ist in schröers Arbeiten deutlich an seiner exzellenten Technik in
der Ölmalerei zu sehen. Ein Mensch, der etwas zu sagen hat, ist schröer
allemal. Er vermeidet bewusst schöne Bilder, denn er sagt, in unsrer
heutigen Welt sei dies unmöglich. Er wolle keine Bilder schaffen, die sanft
und anschmiegsam sind, sondern Bilder, die sich mit starken Gefühlen, wie
Angst, Gefahr und Betroffenheit auseinandersetzen. Ferner sieht schröer
eine ganz grosse Gefahr in der Technisierung unserer Welt. Sein Bild ~technos°
zeigt eine Schraube in einer vollkommen unberührten Landschaft. schröer
will dem Betrachter keine Gebrauchsanweisung für seine Bilder geben,
sondern ihn vielmehr dazu herausfordern, sich mit seinen Visionen zu beschäftigen.
(Heilbronner Stimme)
Surrealismus ist für die
meisten unter uns ein geschlossenes Buch, jedoch mit der kleinsten anfänglichen
Bemühung wird diese Form des Ausdrucks verständlich und verschafft Zugang
zu einer grenzenlosen Landschaft. Aber man darf Kunst nicht angehen wie
konventionelle Kunst, wo Objekte abgebildet werden, deren Formen geläufig
scheinen und die schon als existent gelten, wie Häuser, Bäume, Tiere usw.
surrealistische Formen stellen Imagines dar, für die keine Vergleiche mit
der erkennbaren Welt gefordert werden. Sie sollen unbefangen angegangen
werden, wie die überraschenden und ungewohnten Formen, die man mit dem
Mikroskop Endet, oder die Form und die Farbe einer geschnittenen Erdbeere.
Hier würde man nicht fragen, "was soll das sein", sondern
akzeptieren, was man sieht. Schröer sagt: "Meine Bilder sollen
Anregungen zum Denken sein. Es ist heutzutage üblich, dass in der Kunst
alles mundgerecht angeboten wird. Aber tiefe emotionelle Erfahrungen sind
nicht auf einfache Weise zu erreichen". Es ist nicht Schröers Absicht
einfach verständliche Bilder zu schaffen. Er fordert eine bewusste
Konzentration und Auseinandersetzung. Sofort spürbar, auch für den
Nichtkenner seiner Bilder, ist eine enorme technische Fertigkeit, die ganz
besonders bei den eindrucksvollen Kugelschreiberzeichnungen offenbar wird.
Seine zum Teilapokalyptischen Bilder, die vielleicht auf Folter, Verrat und
Krieg hinweisen, stehen in der Tradition von Salvador Dali, Andre Breton und
Max Ernst. Bewusstes Leben zu übermitteln und anzuregen ist sein Ziel.
(Pforzheimer Kurier)
Reisebilder malt Ernho
Schröer, Impressionen von Routen, die kein Flugzeug findet, kein Auto, kein
Schiff, die weder durch Städte führen, noch durch Gebirge, weder durch die
Wüste, noch durch Urwälder. Aber ebenso berechtigt wäre es die Arbeiten
Schröers als Selbstportraits zu klassifizieren, denn er wählte konsequent
den unzulänglichen Weg nach Innen. Er, der sich als Surrealist empfindet,
weil er versucht „unter möglichster Ausschaltung rationalen Denkens
intuitiv" Erlebnisse mit den auf ihn und in ihm wirkenden Instanzen auf
der Leinwand zu gestalten, unternimmt mit Pinsel und Zeichenstift einen ähnlichen
Versuch, wie er einem Jean Geriet mit seinen Schriften gelungen scheint, nämlich
den, durch kreative Entäusserung eine Autoanalyse und -therapie zu leiten.
So steht Schröer selbstbewusst in der Tradition, auch in der technischen,
jener kreativen Heroen, wie Salvador Dali, Max Ernst oder Rene Margritte,
die jenseits der theoretischen Problematik, die aus der psychoanalytischen
Betätigung erwächst, aus dieser Lehre schöpferische Funken zu schlagen
vermochten.
(Südkurier)
Der Stuttgarter Maler Ernho Schröer
reflektiert in seinen Bildern und Grafiken über heutige Zeiten und über
die Welt im allgemeinen, er will aber auch die Betrachter zum
"Reflektieren", zum Nachdenken anregen. Er benutzt dazu die
Sprache der Surrealisten, die bei ihm leicht in's Groteske übergeht. Doch
gerade dieser ironische Einschlag bei seinen phantastischen Gestalten bildet
den Anreiz, sich mit ihnen zu beschäftigen. Da gibt es menschliche
Skelettformen kombiniert mit floralen, wurzelhaften und blattähnlichen
Formen, die über die Fläche hüpfen, Horror und Schrecken der Endzeit
verbreitend. Mit Worten kann man es schlecht beschreiben, man muss den
sinnhaften Unsinn selbst gesehen, ihn selbst zu entschlüsseln versucht
haben, um auf seine philosophische Spur zu kommen. Sagen kann man nur, dass
die mit Kugelschreiber gezeichneten Blätter ein verblüffend hohes Mass an
zeichnerischer Kultur subtilster Art besitzen.
(Stuttgarter Nachrichten)
Vivere il colore é come vivere il proprio pensiero.
Tralasciando per un attimo gli stili e le scuole ed esulando, foss'anche, Balle forme
espressive vorrei richiamare l’attenzione sul soggettivismo irrealista di
Ernho Schröer; nelle sue opere il colore languida, come povero ignudo e
pellegrino su una tela, alla ricerca di un dato naturale che possa redimere
l’idea creatrice.
Di fronte a tale poetica, o piuttosto accanto a tali prospettive, l' „arte pittorica"
e il „romanzo nero" registrano la trama di quella ricerca di rapporti
sempre più problematici e indeterminati tra il mondo superiore e la
coscienza e tra il mondo reale e fambiguità dei sensi.
La tematica umana vien qui trasformata e patita nei suoi vasti e larghi
dissensi; non a caso la storia del “mutante", ossia dell'essere
generato dal sonno della ragione, cerca costantemente un reale contatto con
l’ignoto.
Ernho Schröer sostanzialmente vi è riuscito, ha visitato un mondo nuovo, pieno di
tradizioni e di proporzioni precostituite, ciò al fine ultimo di affermare
il proprio microcosmo (soggettivismo irrealista) in eterno conflitto.
L'invito è quello di accostarsi a questa cultura con paziente ingegno poichè i
conflitti prima di capirli è necessario subirli.
Colgo, inoltre, l’occasione per ringraziare sentitamente l’autore per la
pregevole opportunità culturale concessaci.
L'ASSESSORE
P.I., CULTURA E BENZ CULTURALI
dott. Renato Perrini